Sony SEL35F18 35mm F1.8 OSS
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Blende, Verschlusszeit und ISO sind die drei Werte, die gemeinsam die Belichtung eines Fotos bestimmen. Die Blende regelt, wie groß die Öffnung im Objektiv ist, die Verschlusszeit, wie lange Licht auf den Sensor fällt, und der ISO-Wert, wie empfindlich der Sensor dieses Licht verarbeitet. Jeder Wert hat neben der Helligkeit eine zweite Wirkung: Die Blende steuert die Schärfentiefe, die Verschlusszeit die Bewegung und der ISO-Wert das Rauschen. Wer das verstanden hat, braucht die Vollautomatik nicht mehr.
Zusammen bilden die drei Werte das Belichtungsdreieck. Der Begriff steht für eine einfache Regel: Wird ein Wert um eine Stufe geändert, muss ein anderer um eine Stufe in die Gegenrichtung, damit das Bild gleich hell bleibt. Was sich dabei ändert, ist nicht die Belichtung, sondern das Aussehen des Fotos.
Die Kamera misst, wie viel Licht das Motiv liefert, und sucht eine Kombination aus den drei Werten, die eine korrekte Belichtung ergibt. Es gibt aber nicht eine richtige Kombination, sondern viele. Blende F2.8 mit 1/1000 Sekunde bei ISO 100 lässt genauso viel Licht auf den Sensor wie Blende F8 mit 1/125 Sekunde bei ISO 100. Das erste Foto zeigt einen unscharfen Hintergrund und eingefrorene Bewegung, das zweite viel Schärfentiefe und, falls sich etwas bewegt, leichte Bewegungsunschärfe.
Alle drei Werte arbeiten in Stufen, und eine Stufe bedeutet immer eine Verdopplung oder Halbierung der Lichtmenge. Das macht das Rechnen einfach: eine Stufe Blende zu, eine Stufe Verschlusszeit länger, fertig. Die Kamera zeigt die Stufen in Drittelschritten an, das Prinzip bleibt dasselbe.
Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Objektiv. Die Blendenzahl beschreibt ihre Größe, und zwar umgekehrt: Eine kleine Blendenzahl wie F1.8 steht für eine große Blendenöffnung, eine große Blendenzahl wie F16 für eine kleine. Die klassische Reihe lautet F1.4, F2, F2.8, F4, F5.6, F8, F11, F16, und jeder Schritt halbiert die Lichtmenge.
Die zweite Wirkung der Blende ist die Schärfentiefe, oft auch Tiefenschärfe genannt. Bei offener Blende ist nur ein schmaler Bereich scharf, der Hintergrund löst sich auf. Das ist der Look, den Porträtfotografen suchen und den Smartphones per Software nachahmen. Bei geschlossener Blende, etwa F8 oder F11, reicht die Schärfe von der Wiese im Vordergrund bis zum Berg am Horizont. Ab etwa F16 kostet Beugung wieder Schärfe, deshalb ist ganz zu selten sinnvoll.
Wie weit sich die Blende öffnen lässt, gibt das Objektiv vor. Ein Kit-Zoom endet meist bei F3.5 bis F5.6, eine Festbrennweite wie das Sony 35mm F1.8 OSS öffnet zwei Stufen weiter und sammelt damit viermal so viel Licht. Genau deshalb ist ein lichtstarkes Objektiv der wirksamste Weg, das Belichtungsdreieck zu erweitern; die Kaufberatung Festbrennweite oder Zoom ordnet die Optionen ein.
Die Verschlusszeit, auch Belichtungszeit genannt, gibt an, wie lange der Verschluss geöffnet ist. Sie wird in Sekunden oder Bruchteilen davon angegeben: 1/1000 Sekunde ist kurz, 1/30 Sekunde ist lang, 2 Sekunden sind sehr lang. Auch hier halbiert oder verdoppelt jede Stufe die Lichtmenge.
Die zweite Wirkung ist Bewegung. Eine kurze Verschlusszeit friert sie ein, ein springendes Kind bei 1/1000 Sekunde steht scharf in der Luft. Eine lange Verschlusszeit zeigt Bewegung als Unschärfe: Wasser wird weich, Lichter von Autos werden zu Streifen. Beides ist Bildgestaltung, keines von beiden ist falsch.
Die Grenze setzt die eigene Hand. Als Faustregel gilt: Die Verschlusszeit sollte nicht länger sein als 1 geteilt durch die Brennweite, an einem 50-mm-Objektiv also nicht länger als etwa 1/50 Sekunde. Ein Bildstabilisator im Objektiv oder in der Kamera verschiebt diese Grenze um mehrere Stufen; wie das funktioniert und wo es nicht hilft, erklärt der Beitrag zur Bildstabilisierung. Gegen die Bewegung des Motivs hilft kein Stabilisator, nur eine kurze Verschlusszeit.
Der ISO-Wert legt fest, wie stark die Kamera das Signal des Bildsensors verstärkt. ISO 100 ist bei den meisten Kameras der Grundwert, ISO 200 verdoppelt die Empfindlichkeit, ISO 400 vervierfacht sie und so weiter. Der ISO-Wert ist der einzige der drei Werte, der kein zusätzliches Licht einfängt, sondern das vorhandene Licht lauter dreht.
Die zweite Wirkung ist deshalb Bildrauschen. Je höher der ISO-Wert, desto mehr körnige Störungen zeigen sich in dunklen Bildbereichen, und desto weniger Dynamikumfang bleibt übrig. Aktuelle Systemkameras liefern bis ISO 1600 oder 3200 saubere Ergebnisse, größere Sensoren im Vollformat gehen weiter, worauf der Beitrag zu den Sensorformaten eingeht. Ein leicht rauschendes Foto ist aber immer besser als ein verwackeltes: Bei wenig Licht ist eine höhere ISO das kleinere Übel.
| Wert | Regelt die Helligkeit über | Zweite Wirkung | Typische Einstellung |
|---|---|---|---|
| Blende | Größe der Öffnung im Objektiv | Schärfentiefe | F1.8 bis F2.8 Porträt, F8 Landschaft |
| Verschlusszeit | Dauer, in der Licht auf den Sensor fällt | Bewegungsunschärfe | 1/500 Sport, 1/125 Alltag, Sekunden am Stativ |
| ISO-Wert | Verstärkung des Sensorsignals | Bildrauschen | 100 bis 400 bei Tag, 1600 bis 3200 bei wenig Licht |
Die Reihenfolge beim Einstellen ergibt sich aus dem Motiv. Zuerst wird der Wert gesetzt, der für das Bild entscheidend ist: die Blende für ein Porträt, die Verschlusszeit für Sport. Dann folgt der zweite Wert so, dass die Belichtung stimmt, und der ISO-Wert bleibt so niedrig, wie es die beiden anderen zulassen.
Der manuelle Modus ist nicht der Anfang, sondern das Ende dieses Lernwegs. Sinnvoller ist der Einstieg über die Halbautomatiken: Im Modus A oder Av wird die Blende vorgegeben, die Kamera wählt die Verschlusszeit. Im Modus S oder Tv ist es umgekehrt. Dazu kommt Auto-ISO mit einer Obergrenze, etwa ISO 3200, damit die Kamera bei wenig Licht selbst nachregelt.
Mit dieser Kombination lassen sich die meisten Situationen fotografieren, ohne über alle drei Werte gleichzeitig nachzudenken. Der manuelle Modus lohnt sich, wenn das Licht konstant ist und die Kamera sich nicht von hellen oder dunklen Motivteilen täuschen lassen soll, etwa im Studio oder bei Nachtaufnahmen vom Stativ.
Porträt am Fenster. Blende offen, etwa F1.8 bis F2.8, damit der Hintergrund weich wird. Verschlusszeit mindestens 1/125 Sekunde, weil Menschen sich bewegen. ISO so hoch, wie es dafür nötig ist, meist 400 bis 800.
Landschaft bei Tag. Blende F8 für durchgehende Schärfe. ISO 100, weil genug Licht da ist. Die Verschlusszeit ergibt sich, bei Sonne oft 1/250 Sekunde oder kürzer. Wird sie länger als 1/60 Sekunde, hilft ein Stativ.
Innenraum oder Vlog aus der Hand. Hier ist ein lichtstarkes Weitwinkel wie das Sigma 16mm F1.4 im Vorteil: Die offene Blende hält die ISO niedrig, die kurze Brennweite verzeiht längere Verschlusszeiten aus der Hand. Für Video ist die Verschlusszeit ohnehin an die Bildrate gekoppelt, meist das Doppelte der Bildrate, und Blende und ISO übernehmen die Belichtung allein.
Der häufigste Fehler ist nicht ein falscher Wert, sondern die Angst vor einem hohen ISO-Wert. Wer ISO 100 erzwingt, bekommt bei wenig Licht lange Verschlusszeiten und verwackelte Fotos. Der zweite Fehler ist die durchgehend offene Blende: Bei F1.4 sind die Augen scharf und die Nasenspitze nicht mehr, bei Gruppen fällt die zweite Reihe aus der Schärfe.
Wer das Belichtungsdreieck an einer Systemkamera lernen will, braucht dafür keine teure Ausrüstung, sondern ein Gehäuse mit den Wahlrädern für A, S und M und ein Objektiv mit offener Blende. Die Kaufberatung Kamera für Anfänger zeigt, welche Gehäuse dafür in Frage kommen.
Das Belichtungsdreieck beschreibt, wie Blende, Verschlusszeit und ISO gemeinsam die Helligkeit eines Fotos bestimmen. Jeder der drei Werte lässt sich in Stufen ändern, und eine Stufe mehr bei einem Wert kann durch eine Stufe weniger bei einem anderen ausgeglichen werden. Die Belichtung bleibt dann gleich, das Bild sieht aber anders aus.
Für Porträts eine offene Blende wie F1.8 bis F2.8, weil sie den Hintergrund unscharf zeichnet. Für Landschaften und Gruppen F8, weil dann mehr Tiefe scharf ist. Wer unsicher ist, startet bei F4 bis F5.6 und ändert von dort aus in eine Richtung.
So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich. Ein verwackeltes Foto bei ISO 100 ist wertlos, ein leicht rauschendes bei ISO 3200 meist noch brauchbar. Aktuelle Systemkameras liefern bis ISO 1600 bis 3200 saubere Ergebnisse, Vollformat oft darüber hinaus.
Keiner. Beide Begriffe bezeichnen die Zeit, in der der Verschluss geöffnet ist und Licht auf den Sensor fällt. In Kameramenüs steht meist Verschlusszeit, in Lehrbüchern oft Belichtungszeit.
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